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65 Jahre ist es her: Mauerbau und Todesstreifen. Gedenken am 13.08.

  • Autorenbild: Dörthe Kähler
    Dörthe Kähler
  • 5. Aug.
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Aug.

Vor 65 Jahren! Doch ist es nicht irgendein Gedenken. Wer 1961 hinter "der Mauer", hinter dem "antifaschistischen Schutzwall" für immer eingesperrt und für immer verschwunden bleiben sollte, hat damals eine grundlegend andere Erfahrung über das Leben gemacht als jüngere Generationen sie kennen: Deine Mitmenschen können Dich über Nacht rechtlos, schutzlos, zukunftslos machen. Sie werden es im Namen des Guten tun. Sie werden eine Mauer um Dich ziehen, damit Du nicht infiziert wirst: nicht berührt von Freiheit, nicht aufgezogen im Recht, nicht inspiriert von dem, was "der Westen" ist. Du wachst eines Morgens auf - und bist eingesperrt. Andere bestimme Dein Leben, in allem, was es ausmacht. Sie schreiben an alle Wände, sie kämen im Namen des Friedens, der Solidarität, der Gerechtigkeit. Sie sagen, sie bräuchten nun die Diktatur, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Und dann nehmen sie Dir, mit der Waffe in der Hand, alles: Denken, Meinen, Urteilen, Wählen, Versammeln, Bewegen, Lernen - Deine Individualität, Deine Sicherheit, Deine Familie. Was immer Du dagegen unternimmst - wird bestraft. Und niemand wird nach Dir schauen, wenn Du abgeführt wirst, wenn Du, allein mit Deiner Angst, im Gefängnis bist. Niemand darf nach Dir fragen. Alles im Namen der Zukunft! Vor 65 Jahren wurde das wahr. Vor 65 Jahren lernten viele, welch Feind ihr Mitmensch ihnen sein kann, ein Feind voller Eifer und voller Überzeugung. Vor 65 Jahren wurde unser Land, unsere Stadt geteilt, in ein freies Land - und eines in Gefangenschaft.


65 Jahre Mauerbau: rainStein Gedenken am 13.08.2026
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